Stephan Kalhamer Stephan Kalhamer

Hallo FTP Community,

man soll den Tag bekanntlich nicht vor dem Abend loben. Kaum war mein erster Blog veröffentlicht, schon gab’s auf die Mütze und zwar ordentlich. Jetzt – ca. 2.000 Turniere und sehr viel Research und Aftermath später – hat sich wohl herauskristallisiert, dass ich in der Art und Weise wie ich aktuell spiele meinen Anspruch auf 10% ROI besser aufgeben sollte.

Das zu schreiben, schmerzt ein wenig, tut aber Not, weil es wahrscheinlich schlichtweg wahr ist.

Hier die Fakten, warum ich zu dieser Erkenntnis komme:

Ich spiele sehr viel gleichzeitig.

Hunderte von Turnieren und abertausende meiner Entscheidungen habe ich mir im Nachgang angesehen und bin grundsätzlich mit mir und meiner Leistung im Reinen. Meine Fehler halten sich in Grenzen, ich kann nur annehmen, diese merklich zu unterlassen, wenn ich massiv weniger gleichzeitig spiele. Aber das rechnet sich nicht. Mit hin und wieder kleineren Fehlern lebe ich also gerne und bewusst zu Gunsten der schieren Entscheidungsmasse. Quantität rult für mein Setup Spitzenqualität.

Turbosixpacks sind schnell und taktisch begrenzt.

In vielen Turnieren komme ich optionslos in Situationen, wo der Glücksfaktor eine große Rolle spielt. Würde ich eine andere Spielform wählen, so würden die Sieger über einen längeren Zeitraum ermittelt. Ich hätte also mehr Gelegenheiten mich auszuzeichnen ehe Fortuna ein allzu gewichtiges Wort mitspricht. Aber auch hier entscheide ich mich bewusst dafür, weiter den eingeschlagenen Turbo-Weg zu beschreiten, denn auch mein Gegnerfeld könnte in anderen Turnierformen tiefliegendere Manöver starten, um mich auszuspielen. Damit ist es vielleicht sogar ein Schutz für mich, nur begrenzt agieren zu können, zieht man meinen enormen Zeitdruck in Betracht, den die allermeisten meiner Gegner nicht haben.

Ihr seid gut.

Viele viele Graphen meiner häufigsten Gegner hab ich mir angesehen und  bin zu dem Schluss gekommen, dass ich einfach kein Anrecht auf 10%-iges Edge habe, wenn ich die legitimen Ansprüche meiner Gegner respektieren will und in meine Erwartung mit einbeziehe. Warum sollte ein gestandener SnG Spieler mit tausenden positiv abgeschlossenen Turnieren in seinem Erfahrungsschatz seinen Anspruch am Kuchen freiwilliger räumen als ich. Teilen heißt also die Devise – leider.

Fazit: Die Grinderei ist für mich nur etwa halb so lukrativ als gedacht, aber Spaß macht’s alle Mal, darum wird fleissig weiter-kalkuliert – denn zocken sollen ja die anderen.

Euch viel Erfolg an den Tischen!

 

Zahler zocken – Könner kalkulieren

Stephan M. Kalhamer

the-gambling-institute.de


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